„Zeit der Gutachten muss enden!“

Bürgermeisterkandidat Rudenko (CDU) spricht sich für Entscheidungen über Nutzung des Emstaler Thermalwassers aus

Bad Emstal, den 13. Dezember 2023 Die Machbarkeitsstudie für den Thermalsee in Bad Emstal kommt. Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung des Jahres 2023 den Auftrag erteilt, eine Machbarkeitsstudie für 60.000 Euro zu erstellen. In dieser soll geprüft werden, ob das Projekt eines Thermalsees in Bad Emstal realisierbar ist. Aufgrund einer Förderung beträgt der Eigenanteil der Gemeinde Bad Emstal 12.000 Euro.

Der Studie hat auch jemand zugestimmt, der sich im Vorfeld sehr kritisch zum Thermalsee geäußert hat: CDU-Bürgermeisterkandidat Daniel Rudenko.

Viele Gutachten wurden schon erstellt

Rudenko stellt dazu klar, dass es offensichtlich diese Studie braucht, damit es nicht zu einer Dolchstoßlegende in Bad Emstal kommt: „Wir werden die Diskussion in der Gemeinde nicht befrieden können, wenn es keine Fakten schwarz auf weiß gibt.“ Ohne diese Machbarkeitsstudie würde es jahrelange Diskussionen über vertane Chancen geben, wodurch sich die Gemeinde nicht weiterentwickeln kann. Gleichzeitig stellt Rudenko klar: „Die Zeit der Gutachten muss enden. Dies muss das letzte Gutachten zur Nutzung des Emstaler Thermalwassers sein!“

In den letzten Jahren wurden einige Gutachten zum Thermalbad erstellt. Darunter auch das berühmte Altenburg-Gutachten, indem einige Varianten für die Zukunft dargestellt wurden. Der Politik war dies jedoch nicht genug; man hat daraus keinen Handlungsauftrag abgeleitet. Dies muss nach der Machbarkeitsstudie anders laufen: „Sobald die Fakten vorliegen, müssen auf dieser Grundlage Entscheidungen getroffen werden“, so Rudenko. Gutachten aneinanderzureihen und diese anzuzweifeln, verhindern dies.

Nicht zuletzt wurde das Gutachten zur Sicherheit der Dachkonstruktion, das zur Schließung des Bades geführt hat, angezweifelt. Vor dem Hintergrund der eingestürzten Dächer der Elisabeth Kirche in Kassel und der Uni Marburg sollte der Grundsatz lauten: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Vorplanung wurde bisher nicht vorgestellt

Für den CDU-Politiker Rudenko bleibt jedoch klar, dass das Steuergeld der Emstaler Bürger anderweitig besser angelegt ist. Alleine für den dringenden Kindergartenneubau in Sand werden Millionen gebraucht. Aus seiner Sicht braucht es eine klare Prioritätensetzung der Gemeinde.

Gleichzeitig kritisiert er, wie die Diskussion bisher verläuft. Es werde der Eindruck erweckt, dass die Machbarkeitsstudie der erste Schritt wäre, jedoch wurde schon eine Vorplanung erstellt. Diese wurde bisher nicht vorgestellt. „Aus dieser Vorplanung können erste Rückschlüsse gezogen werden, womit die Bürger und die Mandatsträger transparent informiert wären“, erklärt Rudenko. Weiterhin konzentriert sich die Diskussion auf mögliche Einsparungen bei der Wasseraufbereitung. Jedoch entstehen auch Kosten bei Personal und der notwendigen Enteisenung des Wassers. Aus dem stark eisenhaltigem Wasser muss das Eisen zunächst entfernt werden. Zuletzt müssen auch die Außenanlagen gepflegt werden; sicherlich eine wichtige Aufgabe bei einem Thermalsee unter freiem Himmel, wenn Aufenthaltsqualität erreicht werden soll.

Er schließt deshalb mit der Schlussfolgerung: „Wenn ein Thermalsee wirtschaftlich betrieben werden könnte, wie es behauptet wird, dann hätten sich schon kluge Unternehmer auf den Weg gemacht. Die groß angekündigten Investoren sind aber ausgeblieben.“

Inhalte von Youtube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um zuzustimmen, dass die erforderlichen Daten an Youtube weitergeleitet werden, und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutz. Du kannst deine Zustimmung jederzeit widerrufen. Gehe dazu einfach in deine eigenen Cookie-Einstellungen.

Zustimmen & anzeigen