Rede zum Volkstrauertag 2025

Sehr geehrter Vorsitzender der Gemeindevertretung Hering und politische Mandatsträger,

sehr geehrter Oberst a.D. Damm,

liebe Pfarrerin Schmitt,

sehr geehrte Feuerwehrkräfte und Mitglieder des Posaunenchors Sand,

liebe Lehrer und Schüler der Christine-Brückner-Schule,

 

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Mitbürger,

 

gleich zu Beginn möchte ich mich bei Ihnen allen dafür bedanken, dass Sie am heutigen Volkstrauertag den Weg zur Kriegsgräberstätte in Bad Emstal gefunden haben. Denn mit Ihrer Anwesenheit und Ihren Beiträgen zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft geben Sie dieser Veranstaltung seinen würdigen Rahmen.

 

Der Volkstrauertag dient keinem Selbstzweck – das verdeutlichen Sie heute. Er schafft den Raum für Erinnerung und für das Versprechen, dass eine Zeit, die sich immer weiter von uns entfernt, niemals wiederkehren darf. 

 

Das Ende des Zweiten Weltkrieges liegt nun 80 Jahre zurück. 80 Jahre, in denen die Zahl der Zeitzeugen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft stetig abgenommen hat. Gleichzeitig ist Krieg für viele Menschen zu einer fernen Meldung aus den Nachrichten geworden. Damit schwinden die Möglichkeiten, Erinnerungen von Generation zu Generation durch persönliche Erlebnisse und Geschichten lebendig zu halten; wenn wir dem nicht aktiv entgegenwirken!

 

Dies ist der Auftrag, der mit dem heutigen Tag verbunden ist. Dafür braucht es engagierte Menschen, wie Oberst a.D. Damm. Es freut mich sehr, dass er durch seine Arbeit mit den Schülern der Christine-Brückner-Schule die Vergangenheit lebendig hält, die Chance eröffnet, daraus zu lernen und die Verpflichtung weiterträgt, die Zukunft im Sinne einer friedlichen und demokratischen Entwicklung zu gestalten. 

 

Mit diesem Apell könnte man versucht sein, die Verantwortung für das fragile Gleichgewicht zwischen Krieg und Frieden allein auf künftige Generationen zu verlagern. Doch dies ist keineswegs der Fall! Der Volkstrauertag bedeutet, dass die Generationen – wie heute auf der Kriegsgräberstätte in Bad Emstal – zusammenstehen, sich gemeinsam engagieren und sich gemeinsam erinnern. Dafür denken wir heute an Menschen, für die Krieg nicht nur aus Gesichtsbüchern und den Medien bekannt war, sondern bittere Realität. Es sind Schicksale in unserer Gemeinde, die stellvertretend für die Millionen Opfer von Verfolgung, Terror, Diktatur, Krieg und Gewalt stehen. Es sind Menschen, die keine Chance hatten, ihre eigene Zukunft zu leben und zu gestalten; eine Chance, die uns ermöglicht wird!

 

Lassen Sie uns deshalb gemeinsam dafür sorgen, dass die Stimmen der Vergangenheit nicht verhallen, sondern uns leiten. Lassen Sie uns den Mut haben, im Alltag für Respekt und Toleranz einzutreten. Und lassen Sie uns dieses Engagement dem Frieden in seiner umfassenden Bedeutung widmen. Denn unser ehemaliger Bundeskanzler Willy Brandt hat dazu richtigerweise gesagt: „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist Alles nichts.“ 

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!